Warum es besser sein kann, auf einen Umsatzsteuerausweis zu verzichten

Im Zusammenhang mit der Neuregelung der Umsatzbesteuerung für öffentlich-rechtliche Körperschaften ist deutlich geworden, dass auch Kirchengemeinden und andere kirchliche Körperschaften in vielen Bereichen umsatzsteuerlich als Unternehmer anzusehen sind.

Bedeutet das nun, dass eine Kirchengemeinde jetzt auch immer Rechnungen schreiben muss, in der Umsatzsteuer ausgewiesen ist?

Die Antwort lautet hier ganz klar und eindeutig: nein!

Die an das Finanzamt abzuführende Umsatzsteuer wird grundsätzlich nicht erst dann fällig, wenn eine Rechnung erstellt wurde, sondern bereits dann, wenn die Lieferungen oder sonstigen Leistungen erfolgt sind, also der Sachverhalt, an den das Gesetz die Umsatzsteuerpflicht knüpft, verwirklicht worden ist. Einer Rechnung bedarf es hierfür überhaupt nicht.

Auch ist wichtig zu wissen, dass nach den Regelungen des Umsatzsteuergesetzes eine Rechnung jedes Dokument sein kann, mit dem über eine Lieferung oder Leistung abgerechnet wird und zwar gleichgültig, wie dieses Dokument bezeichnet ist, s. § 14 Abs. 1 Satz 1 UStG.

Weiterhin sagt das Umsatzsteuergesetz in § 14c UStG, dass ein unrichtiger Steuerausweis immer die Verpflichtung zur Abführung der unrichtig ausgewiesenen Steuer zur Folge hat.

Wurde also versehentlich Umsatzsteuer berechnet, obwohl es sich um eine umsatzsteuerfreie Lieferung oder Leistung gehandelt hat, oder wurde ein falscher Steuersatz benutzt, so muss die Steuer notwendig an das Finanzamt gezahlt werden.

Das tut natürlich weh, da hierdurch die Einnahmen geschmälert werden und ist zudem ärgerlich, da ein Ausweis gar nicht nötig gewesen wäre.

In den meisten Bereichen, in denen Gemeinden als umsatzsteuerliche Unternehmer aktiv sind, werden auch gar keine Rechnungen geschrieben oder verlangt. So wird die Bratwurst auf dem Gemeindefest oder der Kaffee im Kirchcafé auch nach wie vor ohne Rechnung über den Grill oder den Tresen gehen.

Dort, wo Rechnungen üblicher Weise geschrieben werden, zum Bespiel im Friedhofsbereich, ist mit dem Umsatzsteuerausweis auf der Rechnung höchste Vorsicht geboten, zumal der Ausweis auch nicht wirklich nötig ist.

Nutzen könnten den Umsatzsteuerausweis nämlich nur Unternehmer und auch nur für ihr Unternehmen und eine GmbH wird eher im Handelsregister als auf dem Friedhof beerdigt.

In aller Regel erfolgen im Bereich des Friedhofes Abrechnungen gegenüber Privatpersonen, für die ein Ausweis keine wirkliche Bedeutung hat, da sie die Umsatzsteuer sowieso selbst tragen müssen und nicht vom Finanzamt erstattet bekommen können. Hier zählt eh nur das, was zu bezahlen ist und da ist die Umsatzsteuer im Zweifel sowieso enthalten.

Was unter welchen Voraussetzungen im Bereich der Friedhöfe steuerpflichtig ist, soll an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden, festzuhalten ist jedoch, dass es hier noch viele Unsicherheit gibt und man daher immer auf der sicheren Seite ist, wenn nicht ohne Not ein Ausweis erfolgt.

Sollte doch mal von einem Abrechnungsempfänger verlangt werden, dass ein Ausweis erfolgt, dann empfiehlt es sich, wenn man sich nicht ganz sicher ist, dass es sich tatsächlich um eine umsatzsteuerpflichtige Lieferung oder Leistung gehandelt hat und der Rechnungsempfänger auch ein Unternehmer ist, der für sein Unternehmen gehandelt hat, vorher beim U2b-Team Rücksprache zu halten, ob der verlangte Ausweis tatsächlich zutreffend ist.

Merke: Jeder unzutreffende Ausweis kostet unnötig Geld

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